Wer in den vergangenen Wochen in Online-Kommentarspalten und sozialen Medien unterwegs war, hätte zum Schluss kommen können, dass die Schweiz kurz vor der totalen Machtübernahme durch den Bundesrat steht. Grund: Die SwissCovid-App, die gemäss vieler ihrer Gegner einzig und alleine zum Ziel hat, den totalen Überwachungsstaat zu installieren.

Das ist natürlich absoluter Quatsch. Vermutlich ist die SwissCovid-App aktuell sogar die sicherste App, die Herr und Frau Schweizer (freiwillig!) auf ihrem Handy installieren können. Zugegeben: Die Appp ist (noch) nicht perfekt, aber sie greift bekanntlich weder auf den Standort zu, noch werden sensible Daten an den Bund geschickt. Alle sensitiven Informationen bleiben auf dem eigenen Smartphone und werden nicht auf einem fremden Server zentral gespeichert.

Dass die Gegner der SwissCovid-App ihre «Bedenken» oftmals ausgerechnet auf Plattformen äussern, die ihre Server in den USA, China, oder Russland haben und die unter anderem Zugriff auf Kalender, Kontakte, private Nachrichten und Bilder verlangen, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Ich bin sicher, viele dieser App-Gegner haben sich auch schon von Google Maps irgendwohin navigieren lassen und somit dem US-Unternehmen bereitwillig ihren Standort mitgeteilt.

Abgesehen von den Wutbürgern, die einfach aus Prinzip gegen alles sind, was von «denen da oben» kommt, ist das digitale Grundverständnis in Teilen der Bevölkerung (und bei einem Bundesrat) offenbar doch noch nicht so gross, wie man bislang gedacht hat. Daran sollten wir dringend arbeiten.

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